Im Sommer 1945 lösen die Briten die Amerikaner als Besatzungsmacht ab.

 

Die zivile Verwaltung kommt langsam wieder in Gang

 

Am Amtsgericht weht der UNION JACK ´

 

Union Jack

 

 

Amtsgericht Düren nimmt am 15.09.1945 die Arbeit wieder auf.

 

 

       Auszug aus der Proklamation Nr. 1

 Dwight Eisenhowers an

das Deutsche Volk

 

Dwight Eisenhower

"(... Die höchste gesetzgebende, rechtsprechende und vollziehende Machtbefugnis und Gewalt in dem besetzten Gebiet ist in meiner Person als Oberster Befehlshaber der Alliierten Streitkräfte und als Militärgouverneur vereinigt.

Die Militärregierung ist eingesetzt, um diese Gewalten unter meinem Befehl auszuüben.

 

Alle Personen in dem besetzten Gebiet haben unverzüglich und widerspruchslos alle Befehle und Veröffentlichungen der Militärregierung zu befolgen.

 

Die Gerichte der jeweiligen Militärregierung werden eingesetzt, um Rechtsbrecher zu verurteilen. Widerstand gegen die alliierten Streitkräfte wird unnachsichtlich gebrochen. Andere schwere strafbare Handlungen werden schärfstens geahndet.

 

Alle deutschen Gerichte, Unterrichts- und Erziehungsanstalten innerhalb des besetzten Gebiets werden bis auf weiteres geschlossen.

 

Dem Volksgerichtshof, allen bestehenden Sondergerichten, den SS-Polizeigerichten und anderen außerordentlichen Gerichten wird überall im besetzten Gebiet die Gerichtsbarkeit entzogen.

 

Die Wiederaufnahme der Tätigkeit der Straf- und Zivilgerichte und die Wiedereröffnung der Unterrichtsanstalten und Erziehungsanstalten wird genehmigt, sobald die Zustände es zulassen. Alle Beamten sind verpflichtet, bis auf weiteres auf ihren Posten zu verbleiben und alle Befehle und Anordnungen der Militärregierung oder der Alliierten Behörden, die an die deutsche Regierung oder an das deutsche Volk gerichtet sind, zu befolgen und auszuführen. Dies gilt auch für die Beamten, Arbeiter und Angestellte sämtlicher öffentlichen und gemeinwirtschaftlichen Betriebe sowie für sonstige Personen, die notwendige Tätigkeiten verrichten."

 

 

 

Quelle: Amtsblatt der amerikanischen Militärregierung Seite 1.

Justizblatt für Westfalen und Lippe  vom 24.8.1945                           

Fotos: Quelle:Datei:Eisenhower official.jpg - https://de.wikipedia.org

 

 

 

 

1945

Das Amtsgericht

 

 

Zufluchtsort vieler Behörden

 

         Interview mit dem Dürener Bürger Wilhelm Bürvenich.

 

 

Der Justiz-Club Düren sprach mit dem  Pensionär über seine Zeit im Amtsgericht 1945.

 

JCD: Herr Bürvenich, wie kann man sich die Unterbringung der einzelnen Behörden in einem einzigen Gebäude vorstellen?

 

Wilhelm Bürvenich:

"Am 13.09.1945 kann ich meinen Dienst bei der "Kreisverwaltung Düren im Amtsgerichtsgebäude" an der August-Klotz-Straße aufnehmen. Die vorläufige Genehmigung zur Aufnahme der Beschäftigung erteilt die Militärregierung. Alle Dürener Behörden (Kreisverwaltung, Stadtverwaltung, Kreissparkasse, Städtische Sparkasse, Polizei, Amtsgericht und die Englische Militärregierung)  haben sich in dem einzigen noch teilweise erhalten gebliebenen öffentlichen Gebäude in Düren, dem Amtsgericht, niedergelassen.

 

Eine geordnete Verwaltungstätigkeit ist zur Zeit unter den herrschenden Verhältnissen kaum möglich. Es fehlt nicht nur an geeigneten Büroräumen im schwer beschädigten Amtsgericht, sondern auch an Büromöbeln und Büromaterial. Papier und Bleistifte sollte man von zu Hause mitbringen. Weder Strom noch Wasser sind vorhanden. Bei Regen läuft das Wasser an den Wänden herunter.

 

JCD: Wie lief der tägliche Arbeitsablauf ab? Gab es Toiletten?

 

Wilhelm Bürvenich: Notdurft wurde verrichtet in den Bombentrichtern vor dem Museum. Regnete es, wurde aus dem Schutt, der überall herumlag, Bretter oder Türen geholt. Damit belegte man den Boden. So versuchte man, die einzigen uns noch verbliebenen Schuhe trocken zu halten. Tische und Stühle suchten wir im Schutt und richteten sie - so gut wie es ging - wieder zurecht.  Das Dienstzimmer konnte nicht abgeschlossen werden, weil  - wie überall-  die Tür fehlte.

 

Durch den Luftdruck der Bomben waren nicht nur die Fensterrahmen beschädigt oder zerstört, auch sämtliche Türen nicht mehr an ihrem Platz. Die wenigen Materialien und dienstlichen Eintragungen des Tages wurden sicherheitshalber mit nach Hause genommen, und am nächsten Tag wieder mitgebracht. 

 

JCD: Können Sie uns etwas über die Zimmeraufteilung im Gebäude sagen?

 

Wilhelm Bürvenich: Die Kreiskommunalkasse war 1945 im heutigen Raum 2.20 untergebracht. Dies war das einzige brauchbare Dienstzimmer auf Etage 2.

 

Auf der 1. Etage befanden sich in den heutigen Räumen 1.19 bis 1.23 das Landratsamt Düren mit Personal- und Zentralabteilung. Der Landrat ( später Oberkreisdirektor) hatte hier ebenfalls sein Dienstzimmer.

 

In den heutigen Räumen 1.01, 1.02, 1.30,1.31 war die Kreisverwaltung Düren mit ihren Abteilungen Ernährungs- und Wirtschaftsamt untergebracht.  Das waren Abteilungen, die zuständig waren für Lebensmittelkarten, Bezugsscheine und Bekleidung. Die englische Militärregierung hatte ihren Sitz im Erdgeschoss. Heute die Zimmer E03, E04, E22 - E24.

 

JCD: Hatte denn das Amtsgericht selbst keine Räume?

 

Wilhelm Bürvenich: Das Amtsgericht hatte nur sehr wenige Diensträume in diesen Jahren. Strafverfolgung und Ahndung wurde hauptsächlich von der Polizeibehörde Düren wahrgenommen.

 

Das Passwesen war ebenfalls im Amtsgericht Düren untergebracht. Pässe wurden von den Bediensteten der Kreisbehörde angefertigt und anschließend von der Militärbehörde im Erdgeschoss abgesegnet und ausgefertigt.

 

JCD: Wann konnte das Amtsgericht seine eigenen Räume wieder vollständig nutzen?

 

Wilhelm Bürvenich: Die meisten Behörden verließen bis 1952 das Amtsgericht Düren. Erst jetzt konnte das Personal des Amtsgerichts die Räume nutzen.

 

JCD: Vielen Dank, Herr Bürvenich, für diese interessanten Informationen.

 

Das Gespräch führte H.-Peter Müller vom Justiz-Club Düren.

 

 

 

 

Zeittafel

 

 

 

Lessingstraße in Düren 1945

Das mit drei Offizieren und sechs Soldaten besetzte Militärregierungs- amt nimmt seine Tätigkeit am 25. Februar 1945 in einem Haus in der Lessingstraße auf. Es findet in der Stadt 29 Zivilpersonen vor, 4 deut- scher Nationalität und 25 verschleppte Personen anderer Nationalitäten, Ukrainer, Polen, Niederländer.

 

Am 20.06.1945 ziehen Stadt und Kreis, Polizei und britische Militärbehörde ins Amtsgerichtsgebäude an der August-Klotz-Straße.

 

Am 07.07.1945 nimmt die Städtische Sparkasse  im Gebäude des Amtsgerichtes ihre Arbeit für die Dauer von 5 Monaten wieder auf.

 

Am 15.09.1945 kann das Amtsgericht  seine Tätigkeit teilweise wieder aufnehmen. Viele andere Behörden der Stadt ziehen mit ein.

 

Am 30.11.1945 wird das Grundbuchamt  ins Gebäude verlegt.

 

02.12.1945. Den Auftakt des kulturellen Lebens bildet ein Konzert des Streichquartetts des städtischen Orchesters Köln am Sonntagvormittag im Amtsgericht.
             

Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Hamanns findet am im Schöffengerichtssaal des Amtsgerichts am 4.3.1946 die erste Sitzung der von der Militärregierung genehmigten Stadtvertretung, bestehend aus 28 Mitgliedern (27 Männer, 1 Frau), statt. Der britische Stadtkommandant Oberst Wilkins hält die Eröffnungsansprache.

 

 

Im Amtsgerichtsgebäude bzw. im großen Saal des Schöffengerichts  fanden in den Jahren 1945/1946 u.a. Wohltätigkeits-Veranstaltungen mit Spendensammlungen statt, und es lehrten dort Dozenten der VHS.

 

Den Auftakt zum Wahlkampf bildete in Düren eine  Großkundgebung der SPD am 15. August 1946. 

Aus dem überfüllten Saal des Dürener Amtsgerichts wurde eine Rede von Senator Wolters aus Bremen mit Lautsprecher nach draußen übertragen.                 

Marschmusik war bei diesen Veranstaltungen noch üblich, und Josef Dahmen sprach über die Dürener Probleme
 

Im September 1946 sprach im Amtsgerichtsgebäude Arbeitersekretär Landrat Even über das Sozialprogramm der CDU.

 

 

 

 

"Noch vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs richteten die Vereinigten Staaten von Amerika in der Rheinprovinz eine Provinzialregierung mit Sitz in Bonn ein. Am 30. April 1945 beriefen sie den ehemaligen Oberpräsidenten Hans Fuchs als deren Leiter. Mit der unter den Alliierten auf der Konferenz von Jalta vereinbarten Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen wurde gemäß der Berliner Erklärung vom 5. Juni 1945 und der am gleichen Tage erlassenen Feststellung über Besatzungszonen der nördliche Teil der Rheinprovinz – die Regierungsbezirke Aachen, Düsseldorf und Köln – zunächst als Nordrheinprovinz zum Teil der britischen Besatzungszone, während die südlich gelegenen Regierungsbezirke Koblenz und Trier der französischen Besatzungszone zugewiesen wurden. Nach diesem Schritt verlegten die Briten das Oberpräsidium der Provinz Nordrhein von Bonn nach Düsseldorf, entließen Fuchs und bestimmten den ehemaligen Oberbürgermeister Robert Lehr zum Oberpräsidenten. Durch die Verordnung Nr. 46 der Militärregierung vom 23. August 1946 „Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“ verschmolzen die Briten das Gebiet der Regierungsbezirke Aachen, Düsseldorf und Köln (Provinz Nordrhein) mit der ehemaligen preußischen Provinz Westfalen zum Land Nordrhein-Westfalen, um territoriale Fakten zu schaffen, da Frankreich nach dem Krieg die gesamte linke Rheinseite für sich beanspruchte. Am 11. Oktober 1946 wies William Asbury, der britische Zivilgouverneur für Nordrhein-Westfalen, die nordrhein-westfälische Landesregierung schließlich an, durch eine Verordnung die noch bestehenden Oberpräsidien der Provinzen Nordrhein und Westfalen in Düsseldorf und Münster aufzuheben und ihre Befugnisse zu übernehmen, was dann am 20. Oktober 1946 auch geschah und die Provinzialgeschichte beendete."

 

 

Quelle: Rheinprovinz - https://de.wikipedia.org 3.4.2015

 

 

 

 

Am 01.10.1945 erließ dann  die britische Militärregierung hin-sichtlich ihres Bezirks die sogenannte „Allgemeine Anweisung für Richter“,  die auch die  Strafgerichtsverfassung regeln sollte.  

 

Die damalige Personalsituation im richterlichen Dienst war sehr angespannt, da die Briten nur politisch unbelastete Richter einstellten.

 

Allmählich nahmen sie jedoch diese Voraussetzungen zurück und ließen auch sogenannte Mitläufer des NSDAP zum Richteramt zu.

 

 

 

Die britische

Besatzungszone 

 

Besatzungszonen 1946
Besatzungszone - Einteilung der neuen Postleitzahlen

 

Die Deutsche Reichspost führte ab 1941 ein zweistelliges System ein. Dieses wurde von den alliierten Besatzungsmächten weitergeführt und erst in den 1960er Jahren durch zwei jeweils vierstellige Postleitzahlen Systeme der Deutschen Bundespost und der Deutschen Post der DDR abgelöst. Am 1. Juli 1993 wurde das aktuelle fünfstellige Postleitzahlsystem eingeführt.

 

Düren 1941 - 1961:  22

Düren:  1962 - 1993:  5160

Düren ab 1993: 52349, 52351, 52353, 52355

 

 

November 1949

"102 Soldaten kehren aus russischer Kriegsgefangen-schaft in den Kreis Düren heim, davon 23 in die Stadt. Aus dem Kreis Düren befinden sich noch 600 Soldaten in sowjetischer Kriegsgefangenschaft". 

 

Dr. Robert Kirchesch  +1981
Dr. Robert Kirchesch, +1981

Ein Jahr zuvor, 1948,  kehrte der spätere Direktor Dr. Robert Kirchesch aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und trat seinen Dienst beim Amtsgericht am Hoeschplatz  an.    

     
AN 21.12.1949; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 246 

 

 

 

 

 

Die Einwohnerzahl Dürens

in der Nachkriegszeit

 

                    29. Oktober 1946 

 

Ergebnis der Volkszählung: Stadt Düren 27.603 Einwohner, 12.448 männlich, 15.155 weiblich; 9.043 Haushalte, 7767 normale und 34 anormale selbständige Wohnungen; 19.379 bewohnte normale Wohnräume, die von 26.791 Personen bewohnt werden;

540 bewohnte Räume, die nicht als Wohnräume bestimmt sind, aber  von 812 Personen bewohnt werden. 

              
StAD, B 1515; Domsta, 1940-1947, S. 423
 

 

Einwohnerzahl 1944 bis 1953

 

01.04.1944       rd. 50.000

 

25.02.1945       rd.          4

15.03.1945       rd.        40

01.05.1945       rd.    1000

 

 

10.07.1945           11.200

31.12.1945           27.109

31.12.1946           29.679

31.12.1951           37.873

31.12.1953           41.019

 

88.953 (31. Dez. 2013)

 

 

 


 

Denkmalschutz schützt Adler über dem Portal

 

Am 10. Oktober 1945 verbot der Alliierte Kontrollrat die NSDAP, alle ihre Gliederungen und angeschlossenen Verbände und deren Symbole.

 

In der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) wurde der Reichsadler des Deutschen Reiches  meist mit dem Hakenkreuz und einem Eichenkranz in Verbindung gebracht.. Es wurden z. B. kleine und größere Statuen des Reichsadlers mit ausgebreiteten Schwingen gefertigt, der auf einem Siegerkranz mit eingraviertem Hakenkreuz stand.

Haupteingang des Amtsgerichts

Noch heute kann man an Gebäuden aus dieser Zeit solche Adler sehen. Lediglich das Hakenkreuz, das ein Symbol der NSDAP und ihrer völkischen und antisemitischen Programmatik war, wurde im Zuge der Entnazifizierung Deutschlands aus dem Kranz herausgemeißelt.

 

Am Amtsgericht existieren fünf solcher  Figuren, drei über dem Haupteingang, von denen die  mittlere Plastik  nach dem 2. Weltkrieg  - wenn auch sehr spät - entsprechende bearbeitet wurde.

Aekaden in der Goethestraße
Schlusssteine an den Arkaden/Goethestraße
Adler über dem Portal
Das Hakenkreuz wurde erst in den 1950er Jahren herausgemeißelt

 

 

                                    Fotos: Redaktion JCD 2014

 

 

 Die Dürener Zeitung schrieb zu diesem Thema am 29.7.2006:

 

"...noch in den späten 1950er Jahren prangte - von niemandem bemerkt - der Hoheitsadler des Dritten Reichs mit Eichenkranz und Hakenkreuz über dem Hauptportal des Hauses. Weil die Besucher das Haus der irdischen Gerechtigkeit aus erklärlichen Gründen schuldbewusst mit gesenktem Kopf betraten, blieb die Steinplastik über dem mittleren Teil des dreifach gegliederten Haupteinganges viele Jahre unbeachtet.

 

Erst als in  den Dürener Zeitungen Berichte über den unzeitgemäßen Türschmuck erscheinen, wurde der Steinmetz aktiv. Mit Hammerschlägen, deren Spuren noch heute sichtbar sind, entfernte er Eichenkranz und Hakenkreuz. Der Adler mit Blick nach rechts und unverkennbar aus der Schule des Arno Breker, behauptete seinen Platz".

 

Dürener Zeitung vom 29.7.2006

 

 

 

 

 

 

1945-1948

Enttrümmerung -

jeder packte mit an...

 

Im Vordergrund aller städtischen Aufgaben stand ab 1945 die Trümmerräumung. Sie wurde mit Hilfe des hierzu eingerichteten Hand- und Spanndienstes bis März 1946 durchgeführt. Unter starker Beteiligung der Bevölkerung der Stadt und der näheren Umgebung Euskirchens wurden einige Hauptverkehrsstraßen freigelegt und zahlreiche Bombentrichter mit diesen Trümmern verfüllt. Anschließend setzte bis gegen Ende 1948 eine Trümmerbeseitigung größeren Umfanges ein.

Es war eine Tiefbaufirma gewonnen worden, die über eine verschiedentlich verzweigte Feldbahn-Gleisanlage die Trümmermassen mittels Kipploren, die von kleinen Lokomotiven gezogen wurden, nach der von der Stadt zur Verfügung gestellten Ablagerungsstelle schaffte.

 

 

 

Quelle: Sammlung W.Bürvenich

                    Enttrümmerungsanlage der Firma Milke (Soest) 1947

 

 

Quelle: Sammlung W.Bürvenich

 

 

 

Quelle: Sammlung W.Bürvenich

 

 

Quelle: Sammlung W.Bürvenich

 

 

 

     Richter und Stadtdirektor Dr. Robert Pütz

 

Dr. Pütz, der als Richter am 01.11.1939 an das Amtsgericht Düren versetzt wurde, war in den mittleren 1940er Jahren kurze Zeit stellvertretender Direktor des Amtsgerichts Düren. In seine Amtszeit fielen u.a. die Mietverträge mit den örtlichen Behörden und mit den Notaren, die nach dem Krieg in den Räumen des Amtsgerichtsgebäudes eine vorübergehende Bleibe suchten.

 

Dr. Robert Pütz

Am 15.06.1946 erfolgte die Ernennung zum Oberstadtdirektor aufgrund einer Verfügung der britischen Militärregierung. Seine Amtszeit als Stadtdirektor von Düren endete am 18.08.1948. Danach war er noch einige Jahre Richter beim Amtsgericht Düren.

Dr. Robert Pütz verstarb am 25. Oktober 1981 in Südfrankreich.

                                        Sein Spitzname war Pötze Schlepp.

.

 

 

 

 

Besatzungsmacht England.

Die britische Militärregierung.

 

Britische Militärregierung
Die Spitzen der britischen Militärregierung in Deutschland (von links nach rechts: Brigadier General John A. Barraclough (1894-1981); William Asbury (1889-1961), Regional Commisioner for the North Rhine province; Air Marshal Sir Sholto Douglas (1893-1969); Secretary of State for German Affairs Lord Pakenham (1905-2001).


 Quelle: Landesarchiv NRW Stand 8.2.2015

Nach dem Abzug der Amerikaner lag die Befehlsgewalt in Düren bei der Britischen Militärverwaltung, die in der Paradiesstraße 17 residierte und an deren Spitze 1945 Kommandant Lt.Col. Wilkins stand.

 

 

                

 

Samstag, 16. November 1946

 

Amtsgericht unter brit. Militärregierung

Die örtliche Militärregierung richtete im Amtsgericht Düren einen Leseraum für englische Zeitungen ein.

 

Der hiesige britische Kommandeur,  Cpt. Wood, hatte im Gebäude des Amtsgerichts Düren im Parterre einen öffentlichen Leseraum einrichten lassen, der jedermann zugänglich war. Diese Einrichtung des Kommandeurs der britischen Militärregierung wurde sicherlich von zahlreichen Bürgern begrüßt.

 

 

 

 

 

 

   

 

Entstehung des

 Landes Nordrhein-Westfalen

 

                                          21. Juni 1946

 Die Briten (unter Premierminister Clement Attlee) beschließen d. Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

 

17. Juli. 1945 : Der Beschluß zur Schaffung des Landes NRW durch die Briten wird in der Presse offiziell bekannt gegeben. Düren wird Stadt im bundesrepublikanischen Bundesland Nordrhein-Westfalen

    

Seine staatsrechtlichen Grundlagen als Land erhielt Nordrhein-Westfalen mit der Verordnung Nr. 46 der britischen Militär-regierung vom 23. August 1946 zur „Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“.   

 

 

NRW Wappen

Auf Grundlage dieser Verordnung wurde aus der Provinz Nordrhein, dem nördlichen Teil der preußischen Rheinprovinz, und aus der Provinz Westfalen das neue Land Nordrhein-Westfalen gebildet, das in der Verordnung Nr. 46 im Übrigen noch die durch einen Schrägstrich geteilte Bezeichnung Land Nordrhein/Westfalen trug.

 

 

 

                                       1. Landesregierung

 

Landesregierung NRW
Foto: Landesarchiv NRW

 

Nicht gewählt, sondern von der nordrhein-westfälischen Militärregierung ernannt wurde der erste nordrhein-westfälische Ministerpräsident Dr. Rudolf Amelunxen 1946.  Der Einfluss der Militärregierung zeigt sich auch im Kabinettsfoto. Neben dem Ministerpräsidenten in der ersten Reihe (zweiter von links) sitzt der Vertreter der Briten, Regional Commissioner NRW William Asbury. Daneben sitzend: Dr. Walter Menzel (Innenminister, SPD)  Stehend von links nach rechts: Hermann Wandersleb (Chef der Staatskanzlei), Prof. Dr. Erik Nölting (Wirtschaftsminister, SPD), Heinz Renner (Sozialminister, KPD), Dr. Hermann Heukamp (Landwirtschaftsminister, parteilos), Hugo Paul (Wiederaufbauminister, KPD), Franz Blücher (Finanzminister, FDP), Dr. Fritz Stricker (Verkehrsminister, Zentrum), August Halbfell (Arbeitsminister, SPD), Eduard Kremer (Justizminister, parteilos).

 

 

Erster Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen war Eduard Kremer von 29.08.1946 bis 5.12.21946. Ihm folgte Dr. Artur Sträter (Foto).

 

Dr. Artur Sträter

 

 

Dr. Artur Sträter,  Justizminister von
05.12.1946  bis 22.04.1947 und von
22.04.1947  bis 17.06.1947

 

 

 

 

Landesarchiv NRW - Abteilung Rheinland - RWB 1441.003

 

 

25. Februar 1947

Nach einem Beschluss     des alliierten Kontrollrats lösen die Siegermächte des 2. Weltkrieges  den Staat Preußen formell auf.

 

 

 

Einführung der Deutschen Mark

 

 Ab 21. Juni 1948 wird die Deutsche Mark alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel.

 

 

 

"Die Währungsreform von 1948 trat am 20. Juni 1948 in den drei westlichen Besatzungs-zonen Deutschlands in Kraft, ab 21. Juni war die Deutsche Markalleiniges gesetzliches Zahlungsmittel.

 

Die Währungsreform von 1948 gehört zu den bedeutendsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der deutschen Nachkriegs-geschichte."

 

Quelle:Währungsreform 1948 (Westdeutschland) - https://de.wikipedia.org

1.2.2015

 

  

 

    Quelle: Gerichtswerkstatt Düren

 

 

 


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Sitz der Militärregierung
Erdgeschoss: Sitz der Militärregierung

 

Nach dem Krieg
Hoeschplatz kurz nach dem Krieg.

 

Das Amtsgericht unter britischer Flagge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der

Dürener  Wilhelm Bürvenich erinnert sich:
 

 

Wilhelm Bürvenich

 

 

Der heute pensionierte Wilhelm Bürvenich  aus Düren war 1945 Angehöriger der Kreisverwaltung, die nach der Zerstörung des  eigenen Behördenhauses die Diensträume im Amtsgericht vorüber-gehend nutzen konnte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hermann Wolters (* 25. Mai 1910 in Bremen; † 24. Oktober 1974 in Bremen) war ein Bremer Politiker.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Johannes „Hans“ Fuchs

(* 30. September 1874 in Bickendorf; † 9. September 1956 in Cochem) war ein deutscher Jurist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Die Britische Besatzungszone umfasste bei Übernahme der Besatzungshoheit die preußischen Provinzen Hannover, Schleswig-Holstein und Westfalen, den Norden der Rhein- provinz sowie die Länder Braunschweig, Hamburg, Lippe, Oldenburg und Schaumburg-Lippe des Deutschen Reichs.

 

 

Quelle:Britische Besatzungszone - https://de.wikipedia.org