Die Rückriem-Stele vor dem Amtsgericht

             

 

Stele vor dem Amtsgeircht

Die Stele vor dem Amtsgericht in Düren erinnert an ein besonders trauriges Kapitel deutscher Geschichte. Sie steht symbolisch für jenen Teil des terroristischen Unterdrückungsapparates, der nahezu reibungslos funktionierte und der auf lange Zeit den Glauben an die Geltung von Menschen- und Verfassungsrechten bis in seine Grundfesten erschütterte.



So berichtet der Westdeutsche Beobachter am 10. Dezember des Jahres 1935:


Recht ist, was dem deutschen Volke nützt, Unrecht, was ihm schadet. Das Programm der NSDAP ist daher geltendes Recht.“


Dies war die Urteilsbegründung eines Vorsitzenden Richters des Landgerichts Aachen aus dem Jahr 1935. Es verurteilte daher eine Jüdin trotz fehlender Rechtsgrundlage.


Urkunde zum Richtefst

In der Grundsteinlegungsurkunde vom 09. Mai 1938 des Amtsgerichts steht u.a.:


"So strebe der Bau zu einer Stätte unbeirrbarer gerechter Anwendung des Rechts und zu einem Hort wahrhafter volksnaher Rechtspflege. Mögen in ihm nur deutsche Männer ihres Amtes walten, die von der hohen Aufgabe ihres Berufes zutiefst durchdrungen sind.“


Die deutsche Geschichte zwischen 1933 und 1945 hat gezeigt, dass gerade die damalige Gerichtsbarkeit das Terrorregime in hohem Maße unterstützte.


Unterlagen, Beschlüsse  oder Urteile über eine diesbezügliche „Rechtsprechung“ beim Amtsgericht Düren liegen dem Autor bislang nicht vor.

                   

Die Stelen stehen alle in der Nähe von historisch bedeutsamen Orten in der Stadt. Die erste Stele wurde am 50. Jahrestag der Reichspogromnacht (1988), die zehnte und letzte Stele fast zwei Jahre später im September 1990 aufgestellt.

                        

Seit 1992 werden in jedem Jahr am 09. November (Reichspogromnacht) genau um 19 Uhr an allen 10 Stelen Mahnstunden unter dem Thema "Erinnern - Wachbleiben" veranstaltet. Daran sind  Schulen, Kirchengemeinden, Parteien, andere Gruppen und Einzelpersonen beteiligt .

Grundsteinlegungs-Urkunde 1938



 

   


 

 

Die weiteren 9 Standorte im Raum Düren:

 

Schützenstraße (Standort der ehemaligen Synagoge)

Wernerstraße (ehemaliges Friedrich-Ebert-Jugendheim)

Rheinische Kliniken (zum Gedenken an die Euthanasieopfer)

Gerstenmühle (Sammellager für Dürener Juden)

Birkesdorf ( ehemaliges Rathaus)

Gürzenich (ehemalige Synagoge)

Arnldsweiler (Kriegsgefangenenlager)

Lendersdorf (Sammellager für Juden in der Thuirs Mühle)

Mariaweiler, Kupfermühle

 

 

 

 

    

 

 

 

 

 

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Ulrich Rückriem 2013
Ulrich Rückriem 2013, Foto:bph" Bischöfliche Pressestelle Hildesheim).

 

 

Ulrich Rückriem ist mit der Stadt Düren und der Rur-Region eng verbun- den.

 

Auf Beschluss durch den Dürener Stadtrat wurde der Künstler, dessen Material der Stein ist, im Jahr 1988 beauftragt, ein Erinnerungsmahnmal zu schaffen, welches an unterschiedlichen Orten an die nationalsozial-istische Gewaltherr-schaft für immer er- innern und mahnen soll.

 

So entstanden zehn Ste-len aus Granit-quadern.

Sie weisen mit ihren Standorten auf be- gangnes Unrecht an diesen Stellen hin, wobei nicht jeder Stein histo- risch betrachtet den exakten Standort hat. Dies bleibt aber im Wesentlichen für die Wirkung, die Mahnung, dass derartiges Unrecht in Deutschland nicht mehr geschehen darf, von untergeordneter Bedeutung. 

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Quelle: Rechtsanwalt Gerber, Düren, Stadt Düren

Quelle:Datei:Ulrich Rückriem.jpg - https://de.wikipedia.org abgerufen 9.2.201

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Stele Rheinische Kliniken

 

Stele Schützenstraße