Areal der Panzerkaserne heute.





Kaserne unter deutscher Verwaltung ab 1981

 

Panzerkaserne der Bundeswehr 1981 ( Sammlung M. Kuchenbrod)



wird fortgesetzt



 

 

Hier   Kurz vor Ausbruch des Krieges:

29.07.1914

Düren wird Garnisonsstadt


Standort Düren 1914-1997



Die Vorgeschichte


Aufgrund eines gefassten  Beschlusses aus der Stadtverordnetensitzung vom 12.01.1912  legte am 16. Januar 1912 Oberbürgermeister August Klotz (links) unter Mitwirkung des Abgeordneten Busch  dem Kriegsministerium in Berlin einen Antrag vor, der eine Garnison für Düren vorsah. Gleich 17 Vorstände von wirtschaftlichen Vereinigungen baten am 22.01.1912 die Stadtverwaltung, dieses Vorhaben zu forcieren.

 

Kriegsministerium Berlin [1]

Das Ministerium in Berlin (oben) war auf der Suche nach einem geeigneten Standort im Rheinland, und Düren wollte sich hier gerne einbringen.


Das zuständige Kriegsministerium empfahl daraufhin  der Stadt Düren,  einen entsprechenden schriftlichen Antrag schleunigst einzureichen, was auch geschah.


Am 30. März 1912 ging beim Bürgermeisteramt die Nachricht vom Kriegsministerium ein, dass man einem Standort Düren sehr wohlwollend gegenüberstehe, wenn  auch noch einige Voraussetzungen  zu prüfen seien.


Bereits am 21. Mai schloss Oberbürgermeister August Klotz mit dem Kriegsministerium in Berlin den Garnisonsvertrag, der am 29. Mai.1912 von der Stadtverordnetenversammlung genehmigt wurde.


Am 30. Mai 1912 schrieb der Oberbürgermeister Klotz per Telegramm aus Berlin an das Dürener Bürgermeisteramt u.a.:


"Habe soeben, bevollmächtigt durch einstimmigen Stadtrats-beschluss von gestern abend, im Kriegsministerium Garnisons-vertrag fest abgeschlossen. Es bleibt bei 1 Bataillon Infanterie, mit Stab und eigener Regimentskapelle, 1 Maschinengewehr-Regiment und 1 Abteilung Feldartillerie. [...]Oberbürgermeister"


Quelle: Artikel aus der Dürener VZeitung v. 31.05.1912


[1 ] Foto: CC BY-SA 3.0 de File:Bundesarchiv Bild 102-00235, Berlin, Kriegsministerium in der Leipziger Strasse.jpg Erstellt: 1. Dezember 1923

 

Die Kaserne um 1914 (Stadt-und Kreisarchiv Düren, Mappe 16)



Und so wurden dann am 01.02.1913  die Arbeiten zum Bau der Kaserne an der Königgrätzer Straße vergeben. (später Hindenburgstraße und schließlich Euskirchener Straße).

Neubau der Kaserne 1914 (Stadt-und Kreisarchiv Düren, Mappe 16)


Firma Knoch & Kallmeyer,

Halle a.d.S.

erhielt Bauauftrag.


Am 06.03.1912 begann man mit den ersten Baumaßnahmen. Die Firma Knoch & Kallmeyer hatte die besten Karten und erhielt schließlich den Großauftrag, der einige  Millionen Mark verschlang.


Wie wichtig der Standort Düren für die Dürener war, belegt auch die Tatsache, dass die Stadtverordnetenversammlung 1913 den Bau von Offiziers- und Beamtenwohnungen für ca. 200 000 Mark bereitstellte.

 

Am 25.06.1914 erfuhr die Garnisonsverwaltung, dass außer den vorgesehenen Teilen des Infanterieregiments Nr. 161 und dem Feldartillerieregiment Nr. 83 auch das Deutzer Kürassierregiment Nr. 8 (unten) nach Düren verlegt werden sollte. Die Stadt Düren hatte für diesen Fall bereits 35 Morgen Land erworben. Das Regiment wurde aber dann doch noch  im Oktober 1917 zurückbeordert.

 

Kaserne des Kürassier-Regiments Nr. 8 in Köln-Deutz


Am 27.06.1914 zog ein Vorkommando des 1. Bataillons des Rheinischen 161. Infanterieregiments, das dem VIII. Armee Korps unterstellt war,  mit 73 Soldaten in Düren ein. Die restlichen Truppenteile zogen wegen des Ausbruchs des Krieges unter dem Kommando von Oberst Kurt Wilhelm Ernst Wilcke am 02.08.1914 sofort in den Krieg und wurden vornehmlich an der Westfront eingesetzt.


Die Einweihung der Dürener Kaserne fand am 29.07.1914 statt

Die neue Kaserne mit Militäranleihen in Millionenhöhe Goldmark mit Schulden gebaut, diente nun in erster Linie der Rekrutenausbildung für den soeben ausgebrochenen Krieg.


Zu dieser Zeit standen noch einige Garnisonsbauten aus:

Proviantamt, Lazarett, Offizierskasino sowie eine Bäckerei für die Garnisonen Düren, Jülich, Eschweiler und Euskirchen.


Auslöser des Krieges:

Das Attentat von Sarajevo


In diesen Tagen schwebte auch über Düren die drohende Kriegsgefahr, die nach dem Attentat von Sarajevo am 28.06.1914 überall in Europa zu spüren war.




 

Erklärung des Kriegszustandes des Deutschen Kaiserreichs am 31 Juli 1914, der Beginn des Ersten Weltkriegs. Unterzeichnet von Kaiser Wilhelm II. im Neuen Palais in Potsdam. Gegengezeichnet von Reichkanzler Bethmann-Hollweg.



01.08.1914

Deutsche Mobilmachung


Empfang und Verabschiedung der Dürener Garnison 

auf dem Dürener Marktplatz



Am 01. August 1914  zog die 2. Abteilung des 3. Rheinischen Feldartillerieregiments Nr. 83 unter Major Karl Adolf von Schütz  in Düren ein, was mit einem Festakt auf dem Marktplatz gebührend gefeiert wurde.

Das Regiment wurde am 02.10.1912 er-richtet.

Mit dem Einzug der Garnison an der ehem. Königgrätzer Straße (heute (Euskirchener Straße) wurde zum ersten Mal die neue Kaserne in Düren belegt.

Dürener Zeitung v.1.8.1914, Seite 1

 

Titelseite Dürener Zeitung/Dürener Anzeiger vom 1.8.1914



Flagge eines Stabes eines Armeeoberkommandos (1871–1918)

Das Regiment gehörte mit der 15. Infanterie-Division zum VIII. Armeekorps und somit zur 4. Armee.


  

Das VIII. Armee-Korps  bestand von 1820 bis zur Auflösung 1919. Das Generalkommando befand sich in Koblenz (Foto unten)




Generalkommando Koblenz

Am selben Tag wurde durch Telegramme die Mobilmachung Deutschlands bekanntgegeben, die in Düren am 06.08.1914 abgeschlossen wurde.


Düren-Garnisonstadt (Stadt- und Kreisarchiv Düren).


 

 

Qielle: Stadt-und Kreisarchiv, Biildarchiv

Die Mitglieder der neuen Garnison Düren konnten daher aus diesem Grund die Räumlichkeiten ihrer neuen  Kaserne nur kurze Zeit in Anspruch nehmen; denn mit dem 01.08.1914 brach der Krieg, der später einmal als 1. Weltkrieg betitelt wurde,  aus.

 

Die 2. Abteilung des 3. Rheinischen Feldartillerie-regiments Nr. 83 machte sich daher am 07.08.1914 mit Hilfe der Eisenbahn auf den Weg nach Frankreich. In Düren herrschte Begeisterung und Zuversicht. Niemand ahnte, dass in in den nächsten Wochen und Monaten diese Zuversicht auf viele harten Proben gestellt würden. (Festnummer zum Einzug der Garnison vom 1.8.1914).



Unten: So kann man sich den Truppentransport auch am Bahnhof Düren im August 1914 vorstellen.

 
1.8.1914 - Truppentransport Richtung Paris (File:Bundesarchiv Bild 146II-740, Mobilmachung, Truppentransport mit der Bahn.jpg Erstellt: 1. August 1914)


Bereits am 11.08.1914 kehrten die ersten fast 200 verwundeten Soldaten nach Düren zurück. Sie wurden  zum Teil im Vereins-Lazarett Kloster Niederau behandelt. Weitere Versorgungen der Soldaten fanden im Evangelischen Gemeindehaus, in der Villa Felix Heinrich Schoeller und im Kolpinghaus in Düren statt.


Vergl. Geschichte des Noviziatshauses Niederau (www.st-monika-dueren.de).

Vergl. Anker-Teppiche ( 150 Jahre Anker-Teppichboden)


Unten: Beispiel für einen Krankentransport für Verwundete aus dem 1. Weltkrieg. Zur Kenntlichmachung des zivilen Einsatzes wurden weiße Plakate mit rotem Kreuz an die Waggons angebracht.

 

Foto mit freundlicher Genehmigung der Eisenbahnstiftung Bildarchiv


   

Kaserne 1914 (Foto: Stadt-und Kreisarchiv Düren, Mappe 16)


Foto unten: Stallungen und Reitplatz an der Sedanstraße.

Stallungen in der Kaserne (Stadt- und Kreisarchiv, Düren, Mappe 16)



Einrichtungen

und Häuser in der Kaserne


 

Die Infanteriekaserne bestand aus folgenden Einrichtungen:


  • Familienhaus für 12 unverheiratete Unteroffiziere
  • Stabshaus
  • Beamtenhaus
  • Mannschaftshaus I und II für vier Kompanien
  • Wirtschaftsgebäude
  • Mannschaftshaus III
  • Fahrzeugschuppen derMaschinengewehrkompanie
  • Stall derMaschinengewehrkompanie
  • Waffenmeisterei und Beschlagschmiede
  • Kammergebäude
  • Patronenhaus
  • Exerzierschuppen
  • Schuppen für Karren und Feuerlöschgeräte

Die Artilleriekaserne bestand aus:


  • Familienhaus für zehn Familien
  • Wirtschaftsgebäude
  • Stabshaus
  • Schuppen für Fahrzeuge
  • Mannschaftshaus
  • Waffenmeisterei
  • Reithäuser mit Stall
  • Pferdeställe für die Batterie
  • Fahrzeug- und Kammergebäude
  • Krankenstall
  • Beschlagschmiede [1]

 

 

 

Kasernen-Aufteilung: Links Übungsplatz der Artillerie

und rechts Übungsplatz der Infanterie.

Unten: Königgrätzer Straße (ab 1915 Hindenburg-Straße)


Grundriss der Dürener Riemann-Kaserne ca. 1914, am unteren Bildrand die Hindenburgstraße, heute Euskichener Straße, und rechts die Wörtstraße. Links sieht man die Sedanstraße (heute August-Bebel-Str.) und oben die Ringstraße.

 

[1] Quelle Seite „Riemann-Kaserne“. In: Wikipedia,

Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. August 2018, 10:57 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Riemann-Kaserne&oldid=180092629 (Abgerufen: 1. September 2018, 18:57 UTC)




 Das 10. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 161.

Aktiv von 1897 bis 1919.

Ersatzbattaillon für Düren

Foto: Stadtmuseum Düren



Das Ersatz-Bataillon des 10. Rheinischen Infanterieregiments 161,  welches  dem VIII.Armee-Korps unterstand, zog am 01. Oktober 1914 in Düren ein.


Übrigens:

"Am 27. Januar 1902 erließ  Wilhelm II.den Armee-Befehl, dass die bislang noch ohne landmannschaftliche Bezeichnung geführten Verbände zur besseren Unterscheidung und zur Traditionsbildung eine Namenserweiterung erhielten. Das Regiment führte daher ab diesem Zeitpunkt die Bezeichnung 10. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 161".[1]



Bis zum Ende des Krieges im November 1918  zogen verschiedene Regimenter der Landsturm-Infanterie in die Kaserne ein, bis am 04. Dezember 1918 die Engländer, die dem Oberbürgermeister allein die Zivilgewalt übertrugen, und ab 05.11.1919 bis 30.11.1929 die Franzosen die Gebäude bezogen.


Der Arbeiter- und Soldatenrat in Düren gründete in Zusammenarbeit mit dem Garnisonskommando und dem Kommando des 1. Ersatzbataillons des Infanterie-Regiments 161 am 10. November 1918 eine Sicherheitswehr.

[1]

Seite „10. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 161“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. Mai 2018, 18:03 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=10._Rheinisches_Infanterie-Regiment_Nr._161&oldid=177396332 (Abgerufen: 9. September 2018, 13:29 UTC)


"Luftschutz-Einsatz-Hafen Düren"



Zeppelin LZ 77 (Düren) - Foto: Sammlung Nathalie Valentin.


Der Luftschutz-Einsatz-Hafen, kurz: LS-E-Hafen Düren, wurde am 14.12.1914 erbaut und in Betrieb genommen. Die Luftschiffhalle war 28 mal 180 Meter im Ausmaß und hatte eine Höhe von 30 Meter. Die Halle war Stammplatz für den Zeppelin LZ 77, der ca. 180 Meter Länge aufwies. Personalbaracken, Munitionslager u.ä. erbaute man 1914 in unmittelbarer Nähe des Luftschiffshafens. Bis zum Kreisbahn- Bahnhof Distelrath verlief ein spezielles Eisenbahngleis.


Zeppeline waren leichte Beute für Jagdflugzeuge


Anfang  April 1917 war die Zeit des  Luftschiffhafens Düren beendet. Die eher unbewegglichen Luftschiffe wurden mehr und mehr leichte Beute der wendigen Jagdflugzeuge.


Für das große Grundstück und die Gebäudeteile hatte  das Kriegsministerium keine Verwendung mehr. Ein Kaufangebot  an die Stadt Düren lehnte die Stadtväter jedoch ab.


Übrigens:

Der neue, modere Luftschiffhafen in Düren und die Garnison machten Düren folgerichtig zum Ziel von vielen Fliegerangriffen.
Ein  besonders schwerer Angriff ereignete sich am 1. August
1918 morgens gegen 9.30 Uhr, bei dem es 12 Tote und 18 zum Teil schwer Verletzte gab, von denen einige Zeit später fünf starben.


Vergl.Seite „Luftschiffhalle Düren“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 15. Januar 2018, 16:43 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Luftschiffhalle_D%C3%BCren&oldid=172960533 (Abgerufen: 2. September 2018, 18:17 UTC) .

Dürener Zeitung 1914




11. November 1918:

Der Krieg ist aus

Delegation der Entente vor dem Salonwagen in Compiègne, in dem am 11. November 1918 der Waffenstillstand unterzeichnet wurde, zweiter von rechts der französische Delegationsleiter Marschall Foch.

 

10. November 1918: Der Kaiser (Bildmitte, vierter von links) auf dem Bahnsteig des belgisch-niederländischen Grenzübergangs kurz vor seiner Abreise ins niederländische Exil.


Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-R12318 / CC BY-SA 3.0 de


Bundesarchiv, Bild 146-1987-038-29 / CC-BY-SA 3.0CC BY-SA 3.0 de



 

 

 

 


1919 bis 1929:

Französische Besatzungsmacht


Die Franzosen in der Kaserne ( Foto: Stadt- und Kreisarchiv Düren, Mappe 16).


Oben und unten:
Französische Besatzer im Rahmen der "Alliierten Rheinlandbesetzung" nach dem Krieg auch in der Dürener Kaserne

Französische Truppen in der Kaserne um 1925 (Foto: Mit freundlicher Genehmigung Herbert Reiter, Düren)


Kaserne unter franz. Verwaltung ab 1919 (Stadt- und Kreisarchiv Düren, Mapppe 16)


Quelle: Vergl. "1200 Jahre Düren" - Jakob Laufenberg und Albert Lennarz, bearbeitet von Josef Geuenich und Heinrich Meyn, 1948, Dürener Druckerei Hamel. Grundriss: Dürenr Zeitung 1914.




Truppenübungsplatz

Drover Heide


Mit dem Tag der  Einweihung der Dürener Kaserne an der Hindenburgstraße/heute Euskirchener Str.  diente ab 1914 die Drover Heide als Exerzierplatz für die Dürener Garnison, insbesondere für die  Ausbildung der Rekruten der Artillerie und Infanterie. Ab 1937 nutzten mit dem Einzug der Panzerabwehr-Abteilung 26  auch diese den Truppenübungsplatz.

Dove Heide - Truppenübungsplatz ab 1914


Quelle: Steffen Heinz / Heidi Horst (Caronna (talk)) - Steffen Heinz (Caronna (talk))Naturschutzgebiet Drover Heide,  CC BY-SA 3.0



Das Gelände wurde 1951 - 1980 als Truppenübungsplatz von den in Düren neu stationierten belgischen Streikräften genutzt. Insgesamt wurde das Gebiet etwa 100 Jahre militärisch genutzt.

 

Abzug der Franzosen am Dürener Bahnhof 1929. Die Kaserne war unbesetzt.

Foto: Stadt- und Kreisarchiv, Bildarchiv, Düren.


Nach dem Abzug der Franzosen, die vom 05.11.1919 bis 30.11.1929 hier verweilten,  wurde am 04.10.1931 in der seit längerer Zeit leerstehenden Riemann-Kaserne eine Notkirche eingerichtet, die dem heiligen Antonius von Padua geweiht wurde. Die Südschule und der Kindergarten St. Michael fanden hier  nach dem Krieg ebenfalls eine Heimstätte. Ab 1930 bis  März 1937 diente das Kasernengebäude als Wohnraum.

Am 8.1.1938 zog die Panzerabwehrabteilung 26 erst einmal in die Riemann-Kaserne ein.


(Vergl. H.Krebs "Chronologie  der Artilleriekaserne an der Hindenburgstraße" Stadt-und Kreisarchiv Düren.)



Während des Nationalsozialismus

30. Januar 1933 - 08. Mai 1945

Bild Fackelzug Machtergreifung: Bundesarchiv, Bild 102-02985A / CC-BY-SA


Zwei Kasernen in Düren


Riemann - und  Panzerkaserne


Die Kasernen in den 1930er Jahren wurden in der Regel immer nach einem  mehr oder weniger einheitlchen Baustil errichtet.  Heeres-Kasernen - wie die 1938 erbaute Panzerkaserne in Düren - bestanden daher  meist aus einem Stabsgebäude, mehreren Kompaniegebäuden und einem Wirtschaftsgebäude. Die Hauptwache einer Garnison befand sich meist in der Nähe des Regimentsgebäudes.

 

Lageplan der beiden Kasernen in Düren (Sml.Reiter)


19. März 1937
Für den Bau der Kaserne an der Stockheimer Landstraße verkauft die Stadt Liegenschaften an das Reich.
StAD, Ratsprotokoll v. 31.05.1937; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 202


26.01.1938: Richtfest der neuen Kasernen an der Stockheimer Landstraße  (Panzerkaserne) und  Erweiterungsbauten an der Hindenburgstraße (Riemann-Kaserne, unten).

 


Die Riemann-Kaserne


"Die seit den 1930er Jahren als Wohnraum genutzte Infanterie-Kaserne an der Hindenburgstraße wurde auf Anordnung der Militärbehörde geräumt. Bis 1. April 1937 musste die Artillerie-Kaserne an der Hindenburgstraße, in der noch ca. 90 Familien wohnten, geräumt werden".
Vergl. StAD, Ratsprotokolle v. 30.10.1936, 19.03.1937; Domsta/Krebs/Krobb, Zeittafel, S. 202

 

Foto: Sammlung Herbert Reiter, Düren).



General der Infanterie Julius Riemann

Am 09. 04.1912 ernannte man Julius Riemann (links) unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant zum Kommandeur der 15. Division. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs und der Mobilmachung marschierte er mit der Division im Verbund des VIII. Armee-Korps über Luxemburg in das neutrale Belgien ein.


Am 5. Oktober 1914 ernannte man ihn zum Kommandierenden General des VIII. Armeekorps.[1]


Ihm zu Ehren wurde die neue Kaserne mit seinem Namen ab 1938 geführt:


[1]

Seite „Julius Riemann“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. April 2018, 04:21 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Julius_Riemann&oldid=176626022 (Abgerufen: 28. August 2018, 19:00 UTC)

  



Einzug der Panzerabwehrabteilung 26 

in die Riemann-Kaserne am 8.1.1938

(Quelle: RA Gerber, Düren 1938)





Einzug des 3. Bataillons 1938


Das 3. Bataillon des Infanterieregiments 78 zog am 01.06.1938 unter Oberstleutnant Gruner und seinem Adjutanten Leutnant Velte in die alte Kaserne an der Hindenburgstraße ein, in der bisher die Panzerabwehrabteilung 26 stationiert war, während diese in die neue Kaserne an der Stockheimer Landstraße einrückte.
3. Bataillon des Infanterie-Regiments 78 der deutschen Wehrmacht in Düren

Foto: Stadt- und Kreisarchiv Düren, Bildarchiv


Panzerabwehr-Abteilung 26


Die Stadt Düren verkaufte im März 1937 das Gelände an der Stockheimer Landstraße an das Deutsche Reich zum Bau einer neuen Panzerkaserne, die in Nähe der bereits bestehenden Infanterie- und Artilleriekaserne an der  Hindenburgstraße

(heute Euskirchener Straße) gebaut werden sollte.

Regimentsgebäude der Panzerkaserne 1938-1944 ( Foto: Stadt- und Kreisarchiv Düren, Mappe 16)

 

Panzerkaserne 1938-1944 /Foto: Stadt-und Kreisarchiv Düren, Mappe 16)


Die Abteilung wurde am 12. Oktober 1937 in Düren aufgestellt

und am  1. April 1940 in Panzerjäger-Abteilung 26 umbenannt.

Panzerkaserne 1938-1944 (Stadt-und Kreisarchiv Düren, Mappe 16)
Panzerjäger Abt. 26, 3 Kompanie 1939, im HIntergrund das Ehrenmal am Fuchsberg ( Elefantenklo). Foto: Stadt- und Kreisarchiv Düen, Mappe 16).

 

 



Das Ehrenmal in Nähe der Kaserne war ein Denkmal für die gefallenen Soldaten des 1. Weltkrieges.

Am 22. Mai 1938 wurde der Grundstein für das Denkmal gelegt. Im 2. WK wurden die Bauarbeiten abgebrochen.

Foto: Stadt- und Kreisarchiv Düren, Mappe 16





Auf dem Kasernenhof -

Riemann-Kaserne 1938 -1941

 

 

Ausbildung 1941 ( Foto: Kurt Lorenz, Düren)


Drill auf dem Kasernenhof - Foto: Sammlung Kurt Lorenz, Düren.


Riemann-Kaserne 1941 - Quelle: Kurt Lorenz,Düren.


Übungsplatz 1941 -Quelle: Kurt Lorenz, Düren.

 

 

 

 

Feierlichkeiten auf dem Kasernenhof 1941 (Vereidigung).


Eingang Riemann-Kaserne 1941/42 (Foto Saml.Kurt Lorenz, Düren)


Vereidigung auf dem Kasernenhof 1942 ( Saml. Kurt Lorenz)


Vereidigung 1941 - Quelle: Kurt Lorenz, Düren.


Ausbilder--Unterkunft 1941 - Foto: Kurt Lorenz, Düren.

 

 

Unteroffiziers-Ausbilder Kurt Lorenz aus Düren, 1941/42

 Kurt Lorenz aus Düren, der in Frankreich war, später in russische Gefangenschaft geriet und schwer erkrankt nach 5jähriger Gefangenschaft nach Düren kam.


Auf dem Kasernenhof - Riemann-Kaserne 1941

Foto: Sammlunng Kurt Lorenz, Düren

 

 25. Februar 1945

Amerikanische Truppen überqueren die Rur

über die Johannesbrücke in Düren.

Foto:Sammlung A. Trostorf, Langerwehe

 

 

 

 


08. Mai 1945 - Kriegsende

"Als erstes freies Blatt – ohne Nazi-Propaganda – konnten die Aachener Nachrichten als einzige Zeitung in Deutschland mit dem Titel „Der Krieg ist aus!“ die bedingungslose Kapitulation am 8. Mai 1945 vermelden."


ACBahn - Eigenes Werk. CC BY 3.0. File:Aachener Nachrichten 8. Mai 1945.jpg


Das Ende beider Kasernen 1944/45


Bei dem großen Luftangriff auf Düren am 16.11.1944 wurde lediglich ein Block der Riemann-Kaserne getroffen. Die nahe gelegene Panzerkaserne dagegen wurde fast völlig durch die Bomben der Angreifer zerstört. In die Riemann-Kaserne zog die 8. Infantry Divison der amerikanischen Armee.


1947 wurde in Erwägung gezogen, wegen der großen Wohnungsnot im zerstörten Düren die Räume der  Riemann-Kaserne zu Wohnungen umzugestalten, was  dann auch zügig vorangetrieben wurde.

So zog am 15.12.1958 ein Dürener Kindergarten in Block I der ehemaligen Kaserne ein.


[1] "In den 1950er Jahren etablierte sich in Düren der Fußball-Verein Grün-Weiß Düren, der seine Spiele auf dem Exerzierplatz der Riemann-Kaserne austrug. Die in den erhaltenen Gebäuden wohnenden Familien hatten daher einen super Tribünenplatz.


Im September 1946 wurden in den noch stehengebliebenen Gebäuden der Panzerkaserne 8 Klassen der nicht beziehbaren Südschule (Foto links) untergebracht. Man blieb dort bis in die 1950er Jahre. In einem weiteren Gebäude war eine Küche untergebracht, wo für die Schüler aus der "Schweizer Spende/Rotes Kreuz" gekocht wurde.

Ein kleines Beispiel für die Kochkunst seiner Zeit:  Süße Biscuit-Suppe und abwechselnd Erbsensuppe "


( 1 Vergl. Aufzeichungen von Peter Küpper, Düren - Foto: Stadt-und Kreisarchiv, Bildarchiv Düren)




Von der "Königgrätzer Straße" zur "Euskirchener Straße "

1914 - heute.

Namensgeber für die neue "Hndenburgstraße: Paul.v.Hindenburg


Namensgeber: Georg Bleibtreu, Schlacht bei Königgrätz am 03.07.1866


 

Seit 12.06.1914 hieß die an der Kaserne vorbeigehende Straße Königgrätzer-Straße im Gedenken an die Schlacht bei Königgrätz/Böhmen am 03.Juli 1866 zwischen Preußen und Österreich/Sachsen. Am 02.10.1915 wurde die Straße durch Stadtverordnetenbeschluss in Hindenburgstraße umbenannt, benannt nach dem 4. Ehrenbürger der Stadt Düren (Bild oben).


Am 06.11.1973 wurde der Straßenabschnitt in Euskirchener Straße umbenannt.


Abbruch der Kaserne 1973 - (Foto: Stadt-und Kreisarchiv Düren, Mappe 16)


Schließlich wurden die alten Gebäude der ehemaligen Riemann-Kaserne zwischen Mai  1973 und Januar 1974  mit der Sprengung des letzten Kasernenblocks abgerissen (Foto oben).


Hier wurde  später u.a. die Feuerwache errichtet (Foto unten)

 

Feuerwache Düren - Foto: Zauberfee88 gemeinfrei



Die Panzerkaserne

für die belgischen Streitkräfte


Unmittelbar nach Ende der Kampfhandlungen im 2. Weltkrieg,  marschierten belgische Truppen als Besatzer in die britische Zone ein. Dieser Besatzungs-Status endete 1955 mit der offiziellen Aufnahme der Bundesrepublik in die Nato.

Durch eine Vereinbarung mit der Bundesrepublik Deutschland wurde eine fortsetzende Stationierung der belgischen Truppen in Deutschland festgeschrieben. 1950 zogen dann die ersten belgischen Streitkräfte auch in die Dürener Panzerkaserne ein.


Kommandant der Belgischen Streitkräfte in Deutschland war 1946 General Jean-Babtiste PIRON (*10.4.1896- + 4.9.1974)

 

 

Wappen der belgischen Sreitkräfte in Deutschland [1]


 31.10.1951-14.05.1980

1. und 3.Lanciers-Regiment mit Leopard-Panzer,

13. Raketengeschwader,

bis zu 1000 Wohnungen in Düren


Panzerkaserne Düren - Foto: Sammlung Herbert Reiter, Düren.

Auch die Reste der Panzerkaserne wurden als Notunterkunft ab 1947 genutzt. Am 10.11.1950 waren die Räume für die Nutzung durch die belgischen Streitkräfte geräumt worden und ein Bataillon mit ca. 800 Soldaten rückte am 31.10.1951 in die Kaserne ein. Die belgischen Streitkräfte blieben dort bis 1980. Die meisten Angehörigen der Belgischen Streitkräfte verließen Düren zwischen 1978 und 1979, z.B die 17. belgische Panzerbrigade in der Mitte der 1970er Jahre.


Die Garnison, die zeitweise über 3000 Soldaten aufnahm, verfügte u.a. über ein eigenes Gymnasium, eine Kirche, einen Sportplatz und hatte ein eigenes Kino mit mehreren Hundert Sitzplätzen.


Das 1. Regiment der Lanciers verabschiedete sich mit einer sehenswerten Truppenparade auf dem Annakirmesplatz am 14. Mai 1980.


Stationiert waren von 1951 bis zum Ende sechs Einheiten, u.a.  zwei Panzer-Regimenter, nämlich das 1. und 3. Lanciers-Regiment (das 2. Regiment war in  der Euskirchener Kaserne)   und  das 13. Raketengeschwader. Die Armeeangehörigen  lebten in ca. 1000 Dürener Wohungen u.a. "Miesheimer Weg", "Saarstraße" oder "An der Gerstenmühle"


 [1]Belgische Streitkräfte in Deutschland, Köln - Unterlagen der "Belgischen Streitkräfte in Deutschland" mit Genehmigung des Belgischen Verteidigungsminsiteriums 07.04.2011 an Hans Burgwinkel, Köln

CC BY-SA 3.0


Ab 01.Juli 1981 nutzt  die Bundeswehr (Wehrbereichskommando III)

Panzeraserne

mit u.a.


  • Heimatschutzbrigade 53 (1981-1992)
  • Jägerbataillon 533
  • Nachschubkompanie 530
  • Instandsetzungskompanie 530
  • Pionierkompanie 530

  • PzJgAusbZg 911


Panzerkaserne mit Regimentsgebäude

Eingang Panzerkaserne 1981 - Sammlung M.Kuchenbrod


Der Standort Düren wurde  am 31. März 1997 aufgegeben, der mit der Einweihung der Riemann-Kaserne im Kriegsjahr 1914 seinen Anfang hatte.


Nur wenige der Blocks blieben erhalten, die heute von verschiedenen Unternehmen genutzt werden. Das große Areal dient heute als Standort für viele Branchen.


2018 hat die Stadt Düren das 25 ha große Areal erworben.


Die Standortverwaltung, die bis in die 1960er Jahre noch in der Riemann-Kaserne untergebracht war, zog 1970 in die Friedrichstraße 16, Düren. Aufgelöst wurde sie am 2007 durch Fusion mit der Standortverwaltung Aachen.


Von Papa1234 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41303182


Das Areal heute:

 

Im 2. Weltkrieg Regimentsgebäude in der Panzerkaserne Düren. Nach dem Krieg diente das Gebäude als Schule für die Dürener Kinder.



Das Gelände heute -

eingefärbt  ist der Standort der früheren  Panzerkaserne.


Mit freundlicher Genehmigung WIN.DN GmbH



Die Panzerstraße

von Düren bis Drover Heide

 

Caronna - Eigenes Werk CC BY-SA 4.0



Von der Panzerkaserne aus führte eine 4 bis 5 Kilometer lange Straße (Panzerstraße) bis zum Truppenübungsplatz in der "Drover Heide". Dieses Gelände wurde praktisch von 1914 bis 1918 und von 1938-1945 von den deutschen und nach dem Krieg von belgischen Truppen und später von der Bundeswehr bis 1997 genutzt.

Seit dem Jahr 2004  dient das Gelände für die Bevölkerung  als Naherholungsgebiet.


Panzerstraßen bestehen aus aneinandergereihten Betonplatten.

Die Fugen zwischen den Platten werden mit einer speziellen Fugenmasse ausgefüllt, um Spannungsrisse zu vermeiden.

Ehemalige Einfahrt zur Panzerstraße Düren-Drover Heide.

 

Teilstück der alten Panzerkaserne von Düren nach D
Teilstück der alten Panzerstraße von Düren - Drover Heide. Im Hintergrund: Turmspitze des Muttergotteshäuschens - erstmals erwähnt am 20.11.1420.
Das alte Muttergotteshäuschen neben dem neuen Gebäude an der Zülpicher-Straße in Düren gegenüber der ehemaligen Panzerkaserne..


Fotos: Sammlung Justiz-Club Düren




Anhang:


Chronologie der Artilleriekaserne an der ehem. Hindenburgstraße

von H.Krebs, Stadt-und Kreisarchiv Düren.

 

(Riemann-Kaserne, benannt nach dem letzten kommandierenden General

des Rheinischen Armeekorps im I. Weltkrieg, Julius Riemann)

 

 

1912– 1914 --------------------------------------------------- Bau der Kaserne

 

1.8.1914 - 7.8.1914-----------2. Abteilung des 3. Rheinischen    Feldartillerie-Regiments 83 bezieht die Kaserne

 

1.10.1914 – 11. 1918 -------1. Ersatz-Bat. des Inf.Regiments 161

 

März 1915 – Januar 1918----3. Kompanie 1. Landsturm-Infanterie-Bataillon Neuß VIII/21

 

Oktober 1914 – Januar 1915--- 2. Kompanie Landsturm-Infanterie-Bataillon Jülich VIII/19. Ende Januar 1917 wird diese Kompanie in 5. Kompanie Landsturm-Infanterie-Bataillon Rothe Erde VIII/47 umbenannt, die dann bis Ende Juni 1917 in Düren bleibt.

 

Juli 1917 – November 1918   3. Kompanie Landsturm-Infan-terie-Bataillon Rothe Erde VIII/47

 

4. Dezember 1918        Englische Besatzung belegt die Kaserne

 

5.11.1919 –30.11.1929     Franz. Besatzung belegt die Kaserne

 

1930er Jahre         Die Kasernen werden als Wohnraum benutzt

 

März 1937      Aufhebung der Wohnraumnutzung und Räumung

 

8.1.1938    Panzerabwehrabteilung 26 zieht in Kaserne ein              

 

1.6.1938     3. Bataillon des Infanterie-Regiments 78 belegt die Kaserne

 

Dezember 1947 ----------------- Die Kaserne dient als Notunterkunft

 

Mai 1973 – Januar 1974-------------------------- Abbruch der Gebäude

 

 Quelle: H. Krebs, Stadt-und Kreisarchiv Düren.




Ein besonderer Dank geht an Frau Marion Senges, Düren, Herbert Reiter, Düren, Stadt- und Kreisarchiv Düren , Dürener Geschichtswerkstatt, Dürener Zeitung, Rechtsanwalt Gerber, Düren, M. Kuchenbrod u.v.a. die durch ihre Beiträge und Bilder zur Erstellung der Sonderseite erheblich beigetragen haben.



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Kaserne 1914


Bilder von der Riemann-Kaserne 1941

Sammlung Kurt Lorenz, Düren.





 




So werden Gewehre hingestellt

 


Die nachfolgenden Fotos stammen aus dem Stadt und Kreisarchiv Düren, Mappe 16

 


 

 

 

 


wird fortgesetzt